Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Behandlungskonzepte der chronischen Sinusitis
Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung in Form der Sinusitis chronica oder der Polyposis nasi et sinuum, also der Polypenbildung im Nasennebenhöhlensystem (nicht zu verwechseln mit den kindlichen Polypen des Nasenrachenraumes) ist eine sehr häufige Erkrankung. Man schätzt, dass etwa 5% der mitteleuropäischen Bevölkerung daran leiden. Die Erkrankung beginnt meist schleichend und verläuft über Jahre hinweg. Häufigste Beschwerdesymptomatik zu Beginn ist eine Nasenatmungsbehinderung, die allmählich und mit steigernder Intensität von akuten Nasennebenhöhlenentzündungen ergänzt wird. Chronische Schleimbildung und zunehmende Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit, Mittelohrentzündungen uns assoziierte allergische Reaktionen sind weitere Leitsymptome.
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Schematische Darstellung gesunder und erkrankter Nasennebenhöhlen |
Diagnostik der Nebenhöhlenentzündung
Diagnostische Schritte sind die Endoskopie und Sonografie der Nasennebenhöhlen. Von kardinaler Bedeutung ist aus unserer Sicht auch die allergologische Diagnostik mit Pricktest und RAST Untersuchung. Allergien sind in der Zwischenzeit zu einer "Volkskrankheit" geworden und sind zumindest als Comorbiditätsfaktor bei der chronischen Nebenhöhlenentzündung zu berücksichtigen. Häufig wird eine Allergie auch erst bei der Testung festgestellt. Die Symptome waren bislang eher milde und der Patient hatte keine Verbindung zu einer möglichen Allergie herstellen können. In besonderem Maße gilt dies für die Hausstaubmilben aber auch für verschiedene Arten der Schimmelpilze.
Schmerzmittelunverträglichkeiten, insbesonders eine Acetylsalicylsäureintoleranz können zur Polypenbildung der Nasennebenhöhlen führen.
Im allgemeinen wird auch eine Computertomografie der Nasennebenhöhlen benötigt, um sich ein klares Bild über die Ausprägung und die exakte anatomische Lokalisation machen zu können.
Konservative und minimalinvasive Therapie
Die Primärbehandlung besteht in einer Kombination aus medikamentöser und physikalischer Therapie. Auf dieser Stufe hat sich der Einsatz der Homöopathie in Kombination mit der Bioresonanztherapie besonders bewährt.
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Computertomografische Darstellung einer chronischen Kieferhöhlenentzündung rechts und einer reizlosen Kieferhöhle links |
Die nächste Stufe der Behandlung bei ungenügendem Therapieansprechen sind minimalinvasive Maßnahmen zur Wiederherstellung der Nasenhaupt- und Nebenhöhlenbelüftung. Hier empfehlen wir die Durchführung der Coblationsconchotomie (Verkleinerung der Nasenmuscheln durch Coblation) in Lokalanästhesie. Dieses Verfahren, das im weitesten Sinn zur Radiofrequenztherapie gehört, besteht in der gezielten Generierung von Narben unter der intakten Schleimhaut. Dadurch entsteht ein inneres Korsett, das zu einer signifikanten Volumenreduktion und damit einer Ventilationsverbesserung führt. Wir sehen den großen Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der Laserconchotomie in der Erhaltung der Schleimhaut. Die Schwellungszustände und auch Infektionen nach Laserbehandlung sind uns mit dieser Technik gänzlich unbekannt.
Bei ausgeprägteren Beschwerden kann letztendlich nur eine endoskopische Nasennebenhöhlenoperation Abhilfe schaffen. Das Prinzip dieses Eingriffes ist es aus einer Vielzahl kleiner Nasennebenhöhlenkompartimente, deren Drainage durch chronische Entzündungen behindert ist, eine oder mehrer große sich selbst reinigende Kompartimente mit einem größeren Drainagesystem zu schaffen.
Unter endoskopischer Kontrolle werden gezielt Knochensepten und entzündete Schleimhaut entfernt, wobei Inseln gesunder Schleimhaut belassen werden. Von diesen geht die postoperative Regeneration wieder aus.
Operation und Nachbehandlung
Funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie
Functional endosscopic sinus surgery (FESS)
Die Operation wird in Allgemeinnarkose durchgeführt, eine stationäre Behandlung ist bei kleineren Eingriffen nicht zwingend notwendig. Auch die gefürchtete Nasentamponade, die zur postoperativen Blutstillung allgemein noch Standard ist, können wir in bestimmten Fällen bei Anwendung der Coblationsconchotomie ganz weglassen. Sollte die Lokalsituation doch eine Tamponade erfordern, so benutzen wir Gummifingerlingarmierte Schaumstofftamponaden, deren Entfernung vollkommen schmerzlos ist. Generell gilt, dass wir Tamponaden lediglich eine Nacht belassen und am nächsten Morgen entfernen.
Die postoperativen Schmerzen sind gering, geklagt wird vor allen Dingen in der ersten Nacht nach der Operation über Kopfschmerzen und Schlafmangel, wenn Tamponaden gelegt werden mussten.
Bei ausgedehnteren Eingriffen beträgt der stationäre Aufenthalt ca. 4 Tage, die jedoch auch bei entsprechendem Befund verkürzt werden können.
Die Nachbehandlung erfolgt in der Praxis und besteht in der behutsamen Säuberung der neu entstanden Nasennebenhöhlenschächten von Sekret und Blutkoagel. Besonderen Wert wird auf die Verhinderung von Narbenbildungen in den engen Schächten gelegt.
Besonders hilfreich ist die Spülung der Nase mit Kochsalzlösung. Dadurch löst sich Sekret und Borken besonders gut.
Die Krankmeldung mit Operation erfolgt für 2 Wochen. Danach ist im allgemeinen auch die Arbeitsfähigkeit wieder gegeben.
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Schematische Darstellung der Operation im Nasennebenhöhlensystem |
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