Nasenkorrektur - Ästhetik und Funktion
Zentrale Bedeutung bei der Planung der Nasenkorrektur ist für uns die Vereinbarung von Ästhetik und Funktion. Beides muss eine Einheit bilden um den Anforderungen der modernen Nasenchirurgie zu entsprechen. Dies gilt umso mehr als die Funktion der Nase vielmehr ist als nur ein Atemorgan. Die Nase bildet eine filigrane Klimazone, die von eminenter Bedeutung für die oberen Luftwege und die Immunabwehr ist. Innerhalb weniger Millimeter wird die eingeatmete Luft erwärmt, angefeuchtet, mit essentiellen immunologischen Botenstoffen angereichert, die Riechzellen aktiviert und Verbindungen in unser Nervensystem hergestellt.
Erreicht wird dies durch ein ausgeklügelte Architektur aus Schleimhauttapete und anatomischer Konzeption. Vorraussetzung für das Funktionieren dieses einzigartigen Klimasystems ist die differenzierte Verzahnung all dieser Funktionseinheiten miteinander. Damit ist auch einsichtig wie störungsanfällig dieses System sein kann, wenn die funktionelle Bedeutung im Vorfeld und bei der Operation nicht ausreichend gewürdigt wird. Die ausschließliche Fokussierung auf die Ästhetik kann damit zu langwierigen, unerwünschten Folgen führen.
Eine ausreichende Würdigung und Einschätzung dieser Problematik ist ausschliesslich vom Hals-Nasen-Ohrenarzt kraft seiner Ausbildung und seinen technischen Möglichkeiten zu erbringen. Damit beginnt die Untersuchung bei uns zwingend mit einer rhinoendoskopischen Darstellung der Nasenhaupthöhle und des Nasennebenhöhlenystems. Beurteilt und ggf. in die operative Planung miteinbezogen werden die anatomische Situation der Nasenscheidewand, die Nasenklappenregion, die Nasenschwellkörper, das Verhältnis von Nasennebenhöhleingangs zur Nasenscheidewand, die Konfiguration der mittleren Muscheln, die Schleimhautbeschaffenheit, manifeste oder okkulte Polypen etc.
Eine allergologische oder röntgenologische Diagnostik (Computertomographie) muss ggf. ergänzt werden.
Anschliessend folgt die Analyse der äußeren Nase klinisch, indem Winkelverhältnisse und Längenverhältnisse gemäß der ästhetischen Proportionen bestimmt werden.
Zusammengeführt werden die Erkenntnisse in die digitale Fotosimulation, mit der auf der einen Seite die Wünsche und Vorstellungen des Patienten bildlich dargestellt werden können und auf der anderen Seite das tatsächliche, chirurgisch erreichbare Resultat unter Berücksichtigung der endoskopischen Erkenntnisse integriert werden.
Damit stellt die Fotosimulation zum einen ein Kommunikationsinstrument dar, mit dem die komplexen Verhältnisse dem Patienten verständlich und bildlich vermittelt werden können, zum anderen können wir eine exakte Operationsplanung durchführen, die grafisch festgehalten wird.
Die ästhetische Einheit des Gesichts wird nicht alleine durch die Nase bestimmt. Das Verhältnis von Kinn zu Mittelgesicht ist von herausragender Bedeutung und kann anhand der Computersimulation besonders eindrucksvolle dargestellt werden. Ob dann im einzelnen plastische Korrekturen noch zusätzlich sinnvoll und gewünscht wären ist eine andere Frage. Die Visualisierung führt zunächst einmal zur Erkenntnis.
Gleiches gilt für das Verhältnis von Stirn Augen - und Augenbrauenpartie.
Alternative zur Rhinoplastik: Nasenkorrektur ohne Operation
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